Ist mein Kind schwerhörig?

Kinder können bereits bei der Geburt schwerhörig sein oder erst im Laufe der Kindheit eine Hörschädigung entwickeln. Mögliche Ursachen sind unter anderem Erkrankungen wie Meningitis, bestimmte Medikamente oder andere medizinische Faktoren. Eine Schwerhörigkeit äußert sich bei Kindern oft durch altersabhängige Verhaltensweisen, die nicht immer sofort als Hörproblem erkannt werden. Frühzeitiges Erkennen ist besonders wichtig, da Kinder Hördefizite häufig durch Sehen oder Fühlen kompensieren.

Bei Babys im Alter von 0 bis 6 Monaten fällt auf, dass sie nicht oder kaum auf laute Geräusche reagieren. Sie drehen den Kopf nicht in Richtung von Rasseln oder Klingeln und zeigen wenig stimmliche Reaktionen wie Gurren oder Lachen, wenn man sie anspricht.

Kleinkinder zwischen 6 und 24 Monaten verstehen häufig einfache Worte wie „Nein“ nicht, reagieren kaum auf Musik oder Geräusche und plappern selten allein vor sich hin. Oft reagieren sie nur, wenn sie eine Person sehen. Die Sprachentwicklung bleibt zurück, und bis zum zweiten Lebensjahr bilden sich keine oder nur sehr wenige Zweiwort-Sätze.

Bei Vorschul- und Schulkindern zeigt sich eine Hörbeeinträchtigung unter anderem dadurch, dass sie häufig nachfragen („Was?“), auffallend laut sprechen oder ein Ohr zur sprechenden Person drehen. Viele Kinder verlassen sich stark auf das Lippenlesen, wirken nach der Schule schnell erschöpft und haben Schwierigkeiten, Sprache aus Hintergrundlärm herauszufiltern. Dies kann sich auch in nachlassenden schulischen Leistungen bemerkbar machen.

Wichtig: Vorsicht bei selbst gestellten Diagnosen. Tests wie Händeklatschen oder das Klappern mit Topfdeckeln liefern allenfalls erste Hinweise. Kinder gleichen Hörprobleme oft geschickt aus – etwa durch das Wahrnehmen von Luftzügen, Bewegungen, Schatten oder durch genaues Beobachten der Lippenbewegungen. Dadurch bleibt eine Hörschädigung nicht selten lange unentdeckt.